Sehenswert: Der Osten Polens

Warschau

WarschauKönig Sigismund III. Wasa erklärte Warschau 1596 zur Hauptstadt Polens. Gegen Ende des 2. Weltkriegs war Warschau zu 80 Prozent zerstört, Schritt für Schritt wurden die Häuser der Altstadt und die prunkvollen Paläste originalgetreu wieder aufgebaut. Schon 1953 war der Wiederaufbau der historischen Altstadt abgeschlossen, seit 1984 steht auch das Königsschloss wieder in seiner ursprünglichen Form. Wie die Nixe vorausgesagt hatte: Warschau war letztlich unzerstörbar. Seit dem Ende des Sozialismus erlebt die Stadt einen wahren Boom. Überall schießen gläserne Bürotürme, Hotels und Einkaufszentren empor. Das ehemals graue Verwaltungszentrum präsentiert sich heute modern und farbenprächtig. Die polnische Hauptstadt zählt rund 1,7 Millionen Einwohner.

Warschau galt früher als graue Beamtenstadt, hat sich aber in den letzen Jahren zu einer der attraktivsten Hauptstädte in Mittel- und Osteuropa entwickelt. Internationale Stars treten hier zu großen Konzerten auf, in den zahlreichen Klubs und Diskotheken tanzt die Jugend zu Techno und HipHop-Musik. Das Angebot an Restaurants, Cafés und Bars ist international.

Sandomierz

SandomierzSandomierz (21.000 Einwohner) im Osten der Region zählt zu den schönsten Städten Polens. Terrassenförmig über den Ufern der Weichsel gelegen, war die Stadt Jahrhunderte lang durch den Getreide- und Holzhandel auf diesem wichtigen Wasserweg geprägt worden. In der Altstadt hat sich die aus dem 14. Jahrhundert stammende Stadtstruktur bis heute erhalten. Bedeutendstes Bauwerk in Sandomierz ist die 1360 errichtete Kathedrale. Im Inneren zeigt ein berühmtes Wandgemälde einen Überfall der Tataren aus dem Jahr 1259. Sehenswert sind auch die prachtvoll verzierten Rokokoaltäre. An den Wänden des Presbyteriums blieben Polychrome aus der Zeit des frühen 15. Jahrhundertss erhalten. Elemente der Gotik, der Renaissance und des Barock machen den Reiz des mächtigen Rathauses auf dem Rynek/Marktplatz aus. Dort ist ein Teil des Bezirksmuseums untergebracht. An den achteckigen Bau wurde im 17. Jahrhundert ein achtexkiger Turm angefügt. Malerische Gassen laden zu interessanten Spaziergängen ein, denn in Sandomierz sind Architekturdenkmäler aller Bauepochen zu bewundern. Zu den wertvollsten Bauwerken gehört die spätromanische Jakobskirche, zu Beginn des 13. Jahrhunderts erbaut. Auf dem Hochufer der Weichsel entstand im 14. Jahrhundert die Festung, in der heute Ausstellungen gezeigt werden. Die im 17. Jahrhundert erbaute Synagoge an der ul. Zydowska beherbergt heute das Staatsarchiv. Erhalten blieben Teile der Stadtmauer mit dem im 14. Jahrhundert von König Kazimierz Wielki gestifteten Opatower Stadttor. Es würde später mit einer Attika im Renaissancestil verziert.

Kazimierz Dolny

KazimierzKazimierz Dolny (5.000 Einwohner) am Ufer der Weichsel, zieht besonders im Sommer Scharen von Malern, Bildhauern, Fotografen und Kunststudenten an, die für das faszinierende Ambiente und die besonderen Lichtverhältnisse schwärmen. Dann verwandelt sich nicht nur der Marktplatz in eine große Galerie: In jeder Kneipe ist noch mehr zeitgenössische Kunst als ohnehin schon zu finden. Herausragend im rekonstruierten Altstadtkomplex von Kazimierz Dolny sind die Bürgerpaläste „Zum heiligen Christophorus” und „Zum heiligen Nikolaus” am Rynek/Markt. Auf der gegenüber liegenden Seite befindet sich ein Goldschmiedemuseum. ZamoscTorbögen, Türmchen und die pastellfarbenen, mit Ornamenten versehenen Fassaden dieser Spätrenaissance-Bauten lassen die Augen der Touristen oft minutenlang auf Entdeckungsreise gehen. Auf einem Hang thront die Ruine des alten Königspalastes, am Ufer der Weichsel stehen noch zwei frühbarocke Getreidespeicher, von denen einer als Ausstellungshalle, der andere als Hotel genutzt wird. In der Pfarrkirche findet sich eine prachtvolle Orgel aus dem frühen 17. Jahrhundert. Einen herrlichen Ausblick über die Weichsel bis hin zur Festungsruine Janowiec auf dem anderen Ufer bietet der Berg der Drei Kreuze. Mit der Fähre ist eine Überfahrt nach Janowiec möglich. Von hier bietet sich ein schöner Blick auf Kazimierz Dolny.

Lodz

LodzMit rund 850.000 Einwohnern ist Lodz die zweitgrößte Stadt Polens, aber touristisch noch weitgehend unentdeckt. Sehr zu unrecht. Mitte des 19. Jahrhunderts begann der rasante Aufstieg zu einem der bedeutendsten Textilzentren der Welt. Lodz entwickelte sich zum „Manchester des Ostens”. In kaum einer anderen europäischen Stadt lässt sich die Geschichte der industriellen Revolution besser ablesen wie in Lodz. Die Stadt entwickelt sich zunehmend zum Dienstleistungszentrum mit einer sehr aktiven Kulturszene. Lodz ist Verwaltungssitz der gleichnamigen Woiwodschaft im Zentrum Polens.

  • Sehenswürdigkeiten von Lodz
    Die ehemaligen Textilfabriken und prunkvollen Fabrikantenpaläste prägen bis heute das Bild der Stadt. Zu ihnen gehören die ehemaligen Wohnhäuser des Bankiers Maksymilian Goldfeder, des Verlegers Jan Petersilge und des Fabrikanten Julisz Heinzel in der Piotrkowska-Straße. In der gleichen Straße findet sich das Grand Hotel, das Anfang des 20. Jahrhunderts zu den größten und modernsten in Europa zählte. Am Ende der Piotrkowska-Straße, am Plac Niepodleglosci steht die „Weiße Fabrik”, heute zentrales Museum für die Geschichte der Textilindustrie. Die Villa von Leopold Rudolf Kindermann in der ul. Wolczanska 31 gilt als eines der schönsten Werke der Jugendstilarchitektur in Polen.
  • Die Piotrkowska-Straße ist das Herzstück von Lodz, hier finden sich die meisten Geschäfte und Restaurants, hier spielt sich das gesellschaftliche Leben ab. Jedes Jahr im Mai findet dort das große Stadtfest statt.
  • Im ehemaligen Palast der Familie Poznanski in der ul. Wieckowskiego 36 findet sich das berühmte Muzeum Sztuki mit einer der besten Sammlungen moderner Kunst in Polen. Arbeiten von Chagall, Ernst, Klee und Picasso sind dort ebenso zu finden wie Werke von Vertretern der polnischen Moderne. Der zweite Palast des Fabrikanten Izrael Poznanski in der ul. Ogrodowa 15 beherbergt das Museum für Stadtgeschichte. Im Seitenflügel gibt es ein Museum für den in Lodz geborenen Komponisten Arthur Rubinstein.
  • Die Residenz Ksiezyn Mlyn ist ein eindrucksvolles Beispiel für die rasante Entwicklung von Lodz im 19. Jahrhundert. Der Fabrikant Herbst ließ dort einen großen Komplex mit Fabriken, Wohnhäusern und seinem Palast errichten. Der aufwändig sanierte Herbst-Palast in der ul. Przedzalniana 72 wird heute als Museum genutzt und gibt einen guten Einblick in das Leben der Fabrikanten im Lodz des 19. Jahrhunderts.
  • In der ul. Bracka 40 findet sich einer der größten Jüdischen Friedhöfe Europas mit mehr als 180.000 Grabstätten. Zu ihnen gehören die prunkvollen Gräber der Industriellenfamilien Poznanski und Silberstein. Der Friedehof liegt etwa drei Kilometer außerhalb des Zentrums.
  • Lodz ist das Zentrum der Filmindustrie in Polen. An der dortigen Filmhochschule studierten bekannte Regisseure wie Roman Polanski und Andrzej Wajda. Im ehemaligen Palast von Karl Scheibler am pl. Zwyciestwa befindet sich das kinematografische Museum der Stadt. Das Museum verfügt über eine Sammlung von rund 50.000 fimgeschichtlichen Exponaten , darunter alte Fotoapparate, Filmkameras und Projektoren.